| ||||||
| ||||||
Schaan, 6. März 2003 Anonyme Beschimpfungen ersetzen fehlende Argumente Das Demokratie-Sekretariat (DeSe) stellt besorgt fest, dass die Kritiker der Fürstenvorlage häufig mit anonymen Schmähbriefen und anderer unappetitlicher Post konfrontiert werden. Das DeSe verurteilt diese primitiven Formen der Meinungsäusserung und bittet alle, welche die Ansichten der Kritiker nicht teilen, trotzdem den Anstand zu wahren und von derartigen Machenschaften abzusehen. Dem Demokratie-Sekretariat liegen unzählige Dokumente vor, welche Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner erhalten haben, die sich öffentlich kritisch gegenüber den Verfassungsvorschlägen des Fürsten geäussert haben. Ein kleiner Querschnitt: Aufgeschlitzte Katze Einem Landtagsabgeordneten legen Unbekannte eine aufgeschlitzte Katze vor seinen Briefkasten. "Dummheit" Eine Leserbriefschreiberin erhält anonym ihren ausgeschnittenen Leserbrief zurückgeschickt. Darauf gekritzelt: "Dummheit ist eine Gabe Gottes. Bestimmt nicht gedacht zum Missbrauch. Angst haben wir vor deinem dummen Geschwätz" "Fürstenhasser" steht in einem anonymen Brief an einen Leserbriefschreiber. Verwesende Schweineschnauze Einem Alt-Regierungschef wird von Unbekannten eine verwesende Schweineschnauze und ein Ringelschwänzchen vor die Haustüre gelegt. Die Botschaft dahinter: "Schnauze halten und Schwanz einziehen". "Kriegs-Treiber" Das Initiativkomitee Verfassungsfrieden erhält ein anonymes Schreiben adressiert an die Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner der Friedensinitiative: "An die 202 traurigsten-Verfassungs-Kriegs-Treiber u. Querulanten unseres Landes. Im Namen! einiger! VU + FBP Bürger." Faule Blumen Ein Leserbriefschreiber erhält "als Dank für seinen Leserbrief" einen verfaulten Blumenstrauss zugeschickt. "Arrogante Emanze" Eine Leserbriefschreiberin erhält ein anonymes Schreiben mit folgendem Inhalt: "Wer oder was sind sie denn überhaupt für eine Person haben sie sich einen F.L. Pass gekauft, damit sie sich überall einmischen können. Oder haben sie sogar die Frechheit und Unverfrorenheit sich als Ausländerin sich überall sogar zur Verfassung des Landes einzumischen. Sie arrogante dumme Emanze nehmen sie dies zur Kenntnis." Versprayte Plakate Unbekannte versprayen in ganz Liechtenstein die Plakate des Verfassungsfriedens mit Fürsten-Parolen. "Gauner" Einem Supporter des Verfassungsfriedens wird sein Foto aus dem Friedensmagazin, auf dem er mit seiner zweijährigen Tochter abgebildet ist, anonym retourniert: Das Foto ist mit "Gauner" überschrieben. "Drittes Reich" Ein Leserbriefschreiber erhält dieses anonyme handschriftliche Schreiben: "Die Liechtensteiner Ober-Nazi wollen den Anschluss an das Dritte-Reich!?" Die Personen, welche sich öffentlich zur Verfassungsfrage äussern und ihre Standpunkte begründen, haben derartige Post nicht verdient. Frauen und Männer, welche sich im repressiven, ja vergifteten Klima in Liechtenstein überhaupt noch getrauen, ihre Meinung in aller Öffentlichkeit zu vertreten, haben Respekt verdient! Dass nicht alle Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner einer Meinung sind, liegt im Wesen der Demokratie begründet. Wenn sich jemand mit der Meinung einer Person nicht einverstanden erklären kann, dann kann er oder sie dies unter Bekanntgabe des Absenders tun. Anonyme Beschimpfungen gehören nicht in das Repertoire von Menschen, welche sich für ein demokratisches Liechtenstein | ||||||